--- title: "Impuls: Bitte sprich nicht so mit mir - Genderbias und Conversational AI" description: "Wie Genderbias in Chatbots und Sprachassistenten entsteht – und welche Design- und Datenstrategien stereotype Muster verhindern können." canonical_url: "https://www.shiftcx.de/mediathek/asset/impuls-conversational-design-bedeutet-weit-mehr-als-die-erstellung-witziger-chat-dialoge.html" published: "2021-10-19" updated: "2026-04-23" language: "de" content_type: "VideoObject" publisher: "" --- # Impuls: Bitte sprich nicht so mit mir - Genderbias und Conversational AI **Aufgezeichnet am:** 15.12.2021 **Dauer:** 20 Min. ## Sprecher - [Laura Grimm](/experten/laura-grimm-lautmaler.html) — Conversational UX Designer, Die Lautmaler Wie Genderbias in Chatbots und Sprachassistenten entsteht – und welche Design- und Datenstrategien stereotype Muster verhindern können. Digitale Sprachassistenzsysteme wie Chatbots und Smart Speaker prägen zunehmend die Interaktion zwischen Unternehmen und Kund:innen. Laura Grimm (Die Lautmaler) analysiert in ihrer Impuls-Keynote, wie Trainingsdaten und Character Design die Wahrnehmung und Wirkung dieser Systeme beeinflussen. Im Fokus steht die Frage, wie Genderbias und stereotype Rollenbilder durch Sprache, Stimme und Namensgebung in Conversational Interfaces entstehen und welche Herausforderungen sich daraus für Conversation Designer und Product Owner ergeben. Der Beitrag bietet einen praxisorientierten Zugang, indem er die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, technischen Möglichkeiten und Designentscheidungen beleuchtet. Im Zentrum stehen die Mechanismen, durch die bestehende Bias in Trainingsdaten und Systemarchitekturen reproduziert werden. Grimm zeigt anhand konkreter Beispiele – etwa der unterschiedlichen Spracherkennung bei verschiedenen Nutzer:innengruppen oder der Reaktion von Sprachassistenten auf sexistische Prompts – wie stereotype Muster in KI-Systemen fortgeschrieben werden. Sie diskutiert die Rolle von Character Design als Hebel für mehr Inklusivität und empfiehlt, gendergerechte Sprache, diverse Datenquellen und genderneutrale Stimmen frühzeitig im Designprozess zu berücksichtigen. Zudem adressiert sie Accessibility-Aspekte, etwa die Gestaltung für Nutzer:innen mit Einschränkungen, und verweist auf Methoden wie die Feminist Design Tour. Abschließend betont Grimm die Notwendigkeit, alle Stakeholder:innen für die Themen Genderbias, Diversität und Accessibility zu sensibilisieren und die Gestaltung von Sprache, Charakter und Interaktion als zentrale Ansatzpunkte für eine inklusivere Customer Experience zu nutzen. ## Kernaussagen -
Trainingsdaten von Sprachassistenten führen zu Genderbias und reproduzieren bestehende Rollenbilder. - Character Design ermöglicht es, Chatbots und Sprachassistenten bewusster und inklusiver zu gestalten. - Gendergerechte Sprache und diverse Datenquellen sind entscheidend, um Diskriminierung und Stereotype in Conversational AI zu vermeiden. - Inklusivität und Accessibility sind zentrale Herausforderungen bei der Entwicklung von Sprachassistenten und müssen frühzeitig im Designprozess berücksichtigt werden. - Die Wahrnehmung von Kompetenz bei Chatbots hängt stark vom Gender der Stimme und dem Anwendungskontext ab.
## Zitat > Wir reproduzieren bekannte und tradierte Rollenbilder in der Kommunikation mit digitalen Assistentinnen – das zahlt direkt auf bestehende Klischees ein. – Laura Grimm Der Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusivität liegt im Character Design: Wir müssen Bots gezielt mit Persönlichkeit und differenzierten Eigenschaften ausstatten. – Laura Grimm Gendergerechte Sprache und inklusive Gestaltung sind kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für relevante und zukunftsfähige Conversational Interfaces. – Laura Grimm