Einführung & Icebreaker - Serviceorganisationen neu gestalten: KI, Prozesse, Kompetenzen

Einführung & Icebreaker - Serviceorganisationen neu gestalten: KI, Prozesse, Kompetenzen
Mitschnitt-Länge: 20 Minuten
Mitschrift verfügbar

Automatisierung und KI verändern Serviceprozesse, Verantwortlichkeiten und Kompetenzprofile – zentrale Handlungsfelder im Überblick.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern die Strukturen und Abläufe in Serviceorganisationen grundlegend. Im Rahmen der Shift/CX Customer Service Management & Automation Konferenz 2026 eröffnet Björn Negelmann mit einer Standortbestimmung zur Entwicklung von Serviceprozessen und Kompetenzen unter dem Einfluss neuer Technologien. Die Keynote adressiert die Herausforderungen, die sich aus der Integration von Agentic AI und Automatisierung ergeben, und legt einen besonderen Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen Effizienz, Servicequalität und Verantwortungsstrukturen. Die Perspektive richtet sich auf die organisatorische und prozessuale Transformation, die für eine erfolgreiche Implementierung notwendig ist, und beleuchtet die Rolle des Kundenservice als Sensor und Inputgeber für die gesamte Organisation.

Im Zentrum stehen konkrete Spannungsfelder: Die Einführung von Automatisierung und Agentic AI verschärft die Balance zwischen Effizienz und Servicequalität sowie die Frage nach Verantwortlichkeiten in automatisierten Prozessen. Praxisbeispiele wie die Klarna-Fallstudie und Ansätze aus dem Bereich IKEA verdeutlichen, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen, sondern eine Neuausrichtung von Betriebsmodellen, Servicearchitektur und Kompetenzprofilen erforderlich ist. Die Keynote hebt die Notwendigkeit klarer Governance-Strukturen, kontinuierlicher Kompetenzentwicklung und einer stärkeren Orchestrierung von Informationsflüssen hervor. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die zentralen Themen der Veranstaltung: Betriebsmodelle, die Rolle menschlicher Agenten im Zusammenspiel mit Maschinen, Anforderungen an Kompetenzen, Definition von Servicequalität im Kontext starker Automatisierung und Rahmenrichtlinien für den Einsatz neuer Technologien.

Die Veränderung im Service Management ist radikal: Wir müssen nicht mehr diskutieren, ob sie kommt, sondern wie wir sie gestalten und welche Auswirkungen sie auf Servicequalität, Verantwortlichkeiten und das Kundenerlebnis hat. – Björn Negelmann

Agentic AI und Automatisierung sind die großen Treiber – aber der eigentliche Wandel entsteht durch neue Prozesse, Kompetenzen und Organisationsmodelle, die das Zusammenspiel von Mensch und Maschine neu definieren. – Björn Negelmann

Der zentrale Zielkonflikt bleibt: Effizienz versus Kundenorientierung. Das Versprechen von KI und Agentic AI ist, diesen Trade-off aufzulösen – aber dafür braucht es neue Governance, klare Verantwortlichkeiten und eine Serviceorganisation, die als Sensor für die gesamte Organisation wirkt. – Björn Negelmann

  • Agentic AI und Automatisierung sind die zentralen Treiber für Veränderungen in Serviceorganisationen und stellen neue Anforderungen an Prozesse, Kompetenzen und Betriebsmodelle.

  • Die Einführung von Agentic AI verschärft bestehende Spannungsfelder zwischen Effizienz, Automatisierung und Servicequalität, insbesondere bei der Verantwortung in automatisierten Prozessen.
  • Kundenservice muss als Sensor und Inputgeber für die gesamte Organisation fungieren, um Erkenntnisse aus Kundeninteraktionen in Verbesserungen von Produkten und Prozessen umzusetzen.
  • Die Rolle menschlicher Agenten verändert sich durch Automatisierung und erfordert neue Kompetenzen sowie eine Anpassung der Verantwortungsrahmen im Zusammenspiel mit Maschinen.
  • Die Integration von Agentic AI und Automatisierung erfordert eine Neuausrichtung der Servicearchitektur und eine stärkere Orchestrierung von Informationsflüssen zwischen automatisierten und menschlichen Interaktionen.

Automatisierung und KI verschieben die tektonischen Platten in Serviceorganisationen: Sie stellen nicht nur Prozesse, sondern auch Verantwortungsstrukturen und Kompetenzprofile grundlegend infrage. Im Zentrum steht der Zielkonflikt zwischen Effizienzsteigerung und Servicequalität, der durch die Einführung intelligenter Systeme eine neue Schärfe erhält. Die operative Versuchung, Automatisierung als reine Kosten- und Geschwindigkeitsschraube zu begreifen, offenbart sich als Denkfehler, sobald die Verantwortung für Fehler und Ausnahmen diffus wird. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der Technologie als in der Fähigkeit, Governance, Informationsflüsse und Entscheidungsbefugnisse neu zu justieren. Der Beitrag macht deutlich, dass die Transformation nicht linear verläuft: Automatisierung verstärkt funktionierende Strukturen, legt aber auch Schwächen schonungslos offen. Die Rolle des Kundenservice als Sensor und Inputgeber für die Gesamtorganisation wird zur strategischen Ressource, wenn Feedbackschleifen systematisch verankert werden. Gleichzeitig verschieben sich die Kompetenzanforderungen an Serviceagenten – von der Skripttreue hin zu adaptiver, kontextsensitiver Interaktion im Zusammenspiel mit KI-Systemen.

Für die Praxis bedeutet das: Führungskräfte müssen Betriebsmodelle, Rollen und Verantwortlichkeiten konsequent neu denken und die Servicearchitektur auf Integration und Orchestrierung ausrichten. Die Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Interaktion verlangt nach klaren Guardrails, kontinuierlicher Kompetenzentwicklung und einer Kultur, die Service nicht als Kostenstelle, sondern als Wertschöpfungsquelle versteht. Der Beitrag fordert dazu auf, den Zielkonflikt zwischen Effizienz und Kundenerlebnis nicht als Dilemma, sondern als Gestaltungsaufgabe zu begreifen. Er verschiebt die Perspektive von der reinen Technologieeinführung hin zur aktiven Gestaltung von Verantwortungsrahmen und Feedbackprozessen. Damit liefert er der Zielgruppe nicht nur Reflexionsimpulse, sondern auch konkrete Ansatzpunkte, um Serviceorganisationen zukunftsfähig und resilient aufzustellen.

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