Erste Erfahrungen und Erkenntnisse beim Aufbau eines holistischen Experience-Management-Programms

Erste Erfahrungen und Erkenntnisse beim Aufbau eines holistischen Experience-Management-Programms
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Mitschrift verfügbar

Holistisches Experience-Management im B2B: Methoden zur Datenzentralisierung, Stakeholder-Integration und operativen Steuerung im Praxistest.

Zwei erfahrene CX-Verantwortliche aus der Prozessautomatisierung und Industrie diskutieren die Herausforderungen und Lösungsansätze beim Aufbau holistischer Experience-Management-Programme im B2B-Umfeld. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich fragmentierte Kundenstrukturen, lange Entscheidungsprozesse und zahlreiche Stakeholder in ein zentrales, steuerbares Customer-Experience-System überführen lassen. Die Gesprächspartner beleuchten, wie sich die Komplexität im B2B von standardisierten B2C-Prozessen unterscheidet und welche methodischen Ansätze für die Konsolidierung von Kundendaten und die Integration von Stakeholder-Feedback notwendig sind. Praxisbeispiele aus Unternehmen mit 1.000 bis 20.000 Mitarbeitenden zeigen, wie Customer-Journey-Mapping, Stakeholder-Analysen und die Einführung zentraler Datenplattformen als Basis für ein nachhaltiges Experience-Management dienen.

Im Austausch werden konkrete Methoden wie qualitative Stakeholder-Interviews, Workshops zur Identifikation von „Moments of Truth“ und die Nutzung von KPI-Dashboards zur Erfolgsmessung vorgestellt. Die Experten erläutern, wie Customer-Journey-Maps nicht nur als Visualisierung, sondern als operatives Steuerungsinstrument eingesetzt werden, um Maßnahmen zu priorisieren und Verantwortlichkeiten zuzuordnen. Die Verbindung von qualitativen und quantitativen Daten, die Einbindung verschiedener Fachbereiche sowie die Verankerung von CX-Prinzipien in der Unternehmenskultur stehen im Fokus. Herausforderungen wie Change Management, Akzeptanz in produktorientierten Organisationen und die Auswahl flexibler CX-Tools werden anhand konkreter Maßnahmen adressiert. Die Diskussion verdeutlicht, dass ein ganzheitliches Experience-Management im B2B kontinuierliche Anpassung, klare Governance-Strukturen und eine enge Verzahnung mit den Geschäftsprozessen erfordert.

Experience Management ist kein Add-on, sondern muss als zentrales Betriebssystem für die gesamte Organisation etabliert werden. – Eugen Chiorean

Wir müssen die Fragmentierung zwischen B2B und B2C auflösen und Experience Management als verbindende Disziplin für alle Geschäftsmodelle denken. – Eugen Chiorean

Die zentrale Herausforderung bleibt, Experience Management aus der Theorie in die Praxis zu bringen – mit klaren Verantwortlichkeiten, messbaren KPIs und echter Wirkung auf den Geschäftserfolg. – Eugen Chiorean

Experience Management braucht eine klare Governance und ein zentrales Team, das die Umsetzung über alle Bereiche hinweg steuert. – Michael Dürr

  • Customer Experience Management im B2B erfordert die Zentralisierung von Daten und die Einbindung verschiedener Stakeholder.

  • Customer Journey Mapping ist ein zentrales Werkzeug zur Identifikation von Optimierungspotenzialen entlang des Kundenlebenszyklus.
  • Stakeholder-Interviews sind essenziell, um Lücken und Verbesserungspotenziale im Experience Management zu erkennen.
  • Die Integration von qualitativen und quantitativen Daten ist notwendig für ein ganzheitliches Customer Experience Management.

Customer Experience Management im B2B-Umfeld konfrontiert Unternehmen mit einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Weg von punktuellen Maßnahmen und isolierten Datensilos, hin zu einer systematischen, datengetriebenen Steuerung der gesamten Customer Journey. Die zentrale Herausforderung liegt dabei nicht in der Auswahl von Tools oder Methoden, sondern in der Überwindung tief verankerter Silostrukturen und Verantwortungsdiffusion. Die Diskussion um die Integration von Stakeholder-Feedback und die Zentralisierung von Kundendaten macht deutlich, wie stark klassische Linienorganisationen und produktzentrierte Steuerungslogiken mit den Anforderungen eines holistischen Experience-Managements kollidieren. Die Notwendigkeit, qualitative und quantitative Datenquellen zu verknüpfen, legt einen blinden Fleck offen: Viele Unternehmen unterschätzen den kulturellen und organisatorischen Wandel, der für eine nachhaltige Verankerung von CX-Prinzipien erforderlich ist. Die eigentliche Transformationsleistung besteht darin, Customer Experience als kontinuierlichen Veränderungsprozess zu begreifen, der bereichsübergreifende Zusammenarbeit, neue Verantwortlichkeiten und eine konsequente Ausrichtung an Kundenperspektiven verlangt.

Für die Praxis lassen sich daraus mehrere handlungsleitende Prinzipien ableiten. Erstens: Datenzentralisierung und Journey Mapping sind keine technischen Projekte, sondern Hebel für einen strukturellen Wandel, der nur durch die aktive Einbindung aller relevanten Fachbereiche gelingt. Zweitens: Die Verbindung von qualitativen Stakeholder-Interviews mit quantitativen Steuerungsgrößen verschiebt den Fokus von reiner Messung hin zu echter Steuerung und kontinuierlicher Verbesserung. Drittens: Die nachhaltige Wirkung eines Experience-Management-Programms entsteht erst durch konsequentes Change Management, klare Governance-Strukturen und die Verankerung von CX-Zielen in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte. Der Beitrag fordert Entscheider dazu auf, Customer Experience nicht als Add-on, sondern als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung zu verstehen und die operative Praxis systematisch mit strategischen und kulturellen Zielen zu verzahnen. Damit liefert er einen Impuls, die eigene Organisation kritisch auf blinde Flecken, Verantwortungsdiffusion und kulturelle Barrieren zu überprüfen und CX als Treiber für nachhaltige Wertschöpfung zu positionieren.

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