Fallstudien-Erfahrungen zum Guided Selling im digitalen B2B-Vertrieb

Fallstudien-Erfahrungen zum Guided Selling im digitalen B2B-Vertrieb
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Digitale Produktfinder und Konfiguratoren automatisieren komplexe B2B-Bestellprozesse und erschließen neue Kundengruppen im Vertrieb.

Digitale Tools zur Automatisierung komplexer Produktfindungs- und Bestellprozesse stehen im Zentrum dieses Praxisberichts aus dem internationalen B2B-Vertrieb technisch anspruchsvoller Produkte. Sebastian Graff, eBusiness Architekt bei Drägerwerke, schildert die Umstellung von einer ingenieursgetriebenen, beratungsintensiven Vertriebslogik hin zu einer konsequent kundenorientierten Customer Journey. Die Besonderheit liegt in der Kombination aus Product Finder, Produktkonfigurator und Set-Builder, die unterschiedliche Kundengruppen adressieren – von Einsteigern ohne Produktkenntnis bis zu erfahrenen Experten. Im Fokus stehen die Integration von ERP- und Cloud-Systemen, die internationale Skalierbarkeit des entwickelten Templates sowie die Einbindung von Vertriebspartnern und internen Stakeholdern.

Im Erfahrungsbericht wird deutlich, wie die Einführung eines digitalen Produktfinders und Konfigurators die Effizienz im Vertrieb steigert, neue Kundengruppen erschließt und den Self-Service-Anteil erhöht. Die technische Umsetzung basiert auf einer Middleware, die interne Produktlogiken mit einer kundenorientierten Oberfläche verbindet und in Echtzeit valide Produktkombinationen sowie Preise und Lieferzeiten anzeigt. Praxisbeispiele zeigen, wie Kunden durch KI-gestützte Entscheidungsbäume und visuelle Konfiguratoren geführt werden und wie die Systeme in verschiedene Märkte und Portfolios ausgerollt werden. Die Akzeptanz im Vertrieb und bei Partnern wächst, da die Tools als Ergänzung zum klassischen Vertrieb genutzt werden und die Wissensvermittlung unterstützen. Die iterative Entwicklung und Anpassung an lokale Anforderungen sichern die Zukunftsfähigkeit der Lösung im internationalen B2B-Vertrieb.

Wir mussten unsere Sichtweise radikal verändern: Weg von der ingenieursgetriebenen Produktionslogik, hin zu einer konsequent kundenorientierten Konfigurationserfahrung. – Sebastian Graff

Mit dem Guided Selling-Ansatz erreichen wir erstmals auch jene Kundengruppen, die wir über klassische Vertriebswege nie adressieren konnten – und das zeitsouverän, effizient und skalierbar. – Sebastian Graff

Der Vertrieb sieht das Tool nicht als Konkurrenz, sondern als Entlastung: Es ermöglicht, sich auf komplexe Projekte zu konzentrieren, während kleinere Kunden selbstständig und sicher bestellen können. – Sebastian Graff

  • Die Einführung eines Guided Selling-Systems ermöglicht es, komplexe technische Produkte im B2B-Vertrieb kundenorientiert und automatisiert anzubieten.

  • Durch die Kombination von Product Finder, Produktkonfigurator und Set-Builder werden unterschiedliche Kundengruppen adressiert – von Einsteigern bis zu Experten.
  • Die Integration von ERP-System, Cloud-Logiken und Konfigurationsschicht (Sugu) stellt sicher, dass Produktkombinationen technisch und rechtlich valide sind und Echtzeit-Preise sowie Lieferzeiten angezeigt werden.
  • Der digitale Vertriebsprozess erhöht die Conversion Rate, erschließt neue Kundengruppen und entlastet den Außendienst durch Self-Service-Optionen.
  • Das entwickelte Template ist international ausrollbar und kann von Vertriebspartnern sowie in weiteren internen und externen Systemen genutzt werden.

Digitale Vertriebsarchitekturen im B2B-Umfeld stehen vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Die Verschiebung von einer produkt- und ingenieurszentrierten Logik hin zu einer konsequenten Ausrichtung auf die Customer Journey offenbart nicht nur technologische, sondern vor allem kulturelle und strukturelle Spannungsfelder. Die Herausforderung liegt darin, hochkomplexe, beratungsintensive Produkte so zu digitalisieren, dass sie für unterschiedliche Kundengruppen – von Einsteigern bis Experten – zugänglich und bestellbar werden, ohne die Validität und Individualisierbarkeit der Lösungen zu kompromittieren. Hier prallen klassische Verantwortungsmodelle auf neue Anforderungen: Die Expertise wandert aus dem exklusiven Vertriebsingenieur-Wissen in digitale Entscheidungsbäume und Konfiguratoren, was interne Zielkonflikte zwischen Effizienzsteigerung, Kundenautonomie und dem Selbstverständnis des Vertriebs auslöst. Die Transformation verlangt nicht nur technologische Integration, sondern auch eine Neuausrichtung der Rollen und Prozesse – insbesondere in Unternehmen mit starker Ingenieurskultur, in denen die Angst vor Kontrollverlust und die Skepsis gegenüber Automatisierung tief verankert sind.

Für die Praxis bedeutet dies, dass Digitalisierung im B2B-Vertrieb nicht als reines IT-Projekt, sondern als umfassender Change-Prozess zu begreifen ist. Die konsequente Orientierung an der Kundenperspektive, die Modularisierung von Produktwissen und die Integration von Self-Service-Optionen verschieben die operative Verantwortung in Richtung Kunde und Vertriebspartner – und eröffnen damit neue Skalierungspotenziale. Gleichzeitig bleibt die Notwendigkeit, interne Widerstände ernst zu nehmen und die Akzeptanz durch iterative Entwicklung, transparente Kommunikation und gezielte Schulung zu sichern. Der Beitrag liefert damit einen Impuls, die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance zur Erweiterung der adressierbaren Märkte und zur Stärkung der eigenen Zukunftsfähigkeit zu verstehen. Entscheider erhalten konkrete Anhaltspunkte, wie sich strategische Ziele – etwa Internationalisierung, Effizienzsteigerung und Kundenzentrierung – mit operativen Maßnahmen und kulturellem Wandel verbinden lassen.

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