Operating Model Transformation in der Praxis: Ansätze, Erfahrungen und offene Fragen

Operating Model Transformation in der Praxis: Ansätze, Erfahrungen und offene Fragen
Mitschnitt-Länge: 50 Minuten
Mitschrift verfügbar

Automatisierung und Conversational AI als Treiber für Service-Transformation: Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Praxisansätze im Überblick.

Im Mittelpunkt des Panels steht die Transformation von Service-Betriebsmodellen in großen B2B- und E-Commerce-Unternehmen. Die Diskussion beleuchtet, wie Automatisierung und Conversational AI in bestehende Serviceprozesse integriert werden und welche organisatorischen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Die Panelisten analysieren, wie sich die Rolle des Kundenservice von einer funktionalen Einheit hin zu einem strategischen Transformationsmotor entwickelt und welche Herausforderungen bei der kanalübergreifenden Architektur, der Einbindung relevanter Unternehmensbereiche und der Nutzung von Kundendaten entstehen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Wechselwirkung zwischen technologischer Infrastruktur, organisationaler Positionierung und Kompetenzentwicklung im Servicebereich.

Die Diskussion zeigt, dass die erfolgreiche Einführung von Automatisierung und Conversational AI ein klares Mandat und eine strategische Positionierung des Servicebereichs voraussetzt. Die Panelisten betonen, dass Serviceleiter:innen häufig an klassischen Kennzahlen gemessen werden und selten als Impulsgeber für unternehmensweite Verbesserungen agieren. Die Integration von Serviceinformationen in andere Geschäftsprozesse, die frühzeitige Einbindung von IT, HR und Finance sowie die kontinuierliche Berücksichtigung der Kundenperspektive werden als zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert. Die Panelisten diskutieren zudem, wie sich Kundeninteraktionen durch externe Informationsquellen verändern und welche Auswirkungen dies auf das Service- und Vertriebspotenzial hat. Abschließend wird die Bedeutung der Kompetenzentwicklung von Serviceagenten und Führungskräften hervorgehoben, um den steigenden Anforderungen im Kontext der Automatisierung gerecht zu werden.

Der Service verfügt über die Informationen, die nötig sind, um Prozesse im Unternehmen zu transformieren – aber solange niemand damit arbeitet, bleibt das Potenzial ungenutzt. – Jonas Leismann

Wir müssen als Serviceverantwortliche wegkommen von der reinen Fallbearbeitung und uns als Treiber für die Verbesserung der Gesamtorganisation positionieren. – Felix Prömel

Technologie allein löst keine Probleme: Erst wenn Prozesse, Organisation und Wirtschaftlichkeit ganzheitlich betrachtet werden, entsteht ein zukunftsfähiges Betriebsmodell. – Bjoern Negelmann

  • Der Kundenservice muss sich von einer rein funktionalen Abteilung zu einem strategischen Transformationsmotor im Unternehmen entwickeln.

  • Die Integration von Conversational AI Infrastrukturen erfordert ein kanalübergreifendes Architekturmodell und die frühzeitige Einbindung aller relevanten Unternehmensbereiche, einschließlich IT, HR und Finance.
  • Die Positionierung des Servicebereichs im Unternehmen ist entscheidend, um die durch Automatisierung und Kundendaten gewonnenen Erkenntnisse wirksam in andere Geschäftsprozesse zu transferieren.
  • Die Kompetenzentwicklung der Serviceagenten und insbesondere der Führungskräfte ist ein zentraler Hebel für erfolgreiche Service- und Vertriebsprozesse im Kontext der Automatisierung.
  • Die Kundenperspektive muss kontinuierlich in die Strategie einbezogen werden, da sich Serviceerwartungen und Kontaktvolumina durch externe Informationsquellen und Automatisierung verschieben.

Die Diskussion um die Transformation von Service-Betriebsmodellen legt einen zentralen Zielkonflikt offen: Während Automatisierung und Conversational AI als technologische Hebel für Effizienz und Kundenzentrierung gelten, bleibt die strategische Positionierung des Servicebereichs im Unternehmen häufig unklar. Die Panelisten machen deutlich, dass Serviceabteilungen oft in einer funktionalen Rolle verharren und ihre Erkenntnisse aus Kundeninteraktionen nicht systematisch in andere Unternehmensbereiche transferieren. Dies verweist auf einen strukturellen Denkfehler: Die Organisation betrachtet Service als nachgelagerte Supportfunktion, statt als Impulsgeber für Prozess- und Produktverbesserung. Die Verantwortungsverschiebung zwischen Service, IT und Fachbereichen führt dazu, dass Automatisierungsinitiativen an fehlender Management Attention, mangelndem Mandat und kulturellen Barrieren scheitern. Die Diskussion adressiert damit einen blinden Fleck vieler Unternehmen: Die Transformation des Operating Models erfordert nicht nur technologische, sondern vor allem organisationale und kulturelle Veränderungen, um Service als strategischen Motor zu etablieren.

Für die Praxis liefert der Beitrag klare Reflexionsimpulse: Erfolgreiche Service-Transformation gelingt nur, wenn Serviceleiterinnen und -leiter ihr Mandat aktiv erweitern, die eigene Rolle neu definieren und bereichsübergreifende Verantwortung übernehmen. Die Integration von Automatisierung und Conversational AI muss als Teil eines kanalübergreifenden Architekturmodells gedacht werden, das alle relevanten Unternehmensbereiche frühzeitig einbindet. Kompetenzentwicklung, insbesondere auf Führungsebene, wird zum zentralen Hebel, um Teams auf komplexere Kundenanliegen und neue Vertriebschancen vorzubereiten. Die Paneldiskussion fordert die Zielgruppe auf, Serviceprozesse, Technologieentscheidungen und organisatorische Strukturen ganzheitlich zu betrachten und die Kundenperspektive konsequent in die Strategie einzubeziehen. Damit verschiebt sie den Fokus von isolierten Automatisierungsprojekten hin zu einer nachhaltigen, unternehmensweiten Transformation, die operative Exzellenz, strategische Wirkung und kulturellen Wandel miteinander verbindet.

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