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MACH Alliance Annual Research Report 2025: Composable ist entschieden - jetzt kommt die Operating Capability

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87 Prozent der befragten Organisationen haben MACH-Technologien weit verbreitet implementiert. So lautet der Aufmacher des diesjährigen Global Annual Research Reports der MACH Alliance - der fünften Auflage dieser Studie, die jeweils IT-Entscheidende in Großunternehmen weltweit befragt. Das ist eine eindeutige Zahl. Und gleichzeitig die einfachste Antwort, die der Report gibt.

Die interessanteren Fragen liegen tiefer.

Was der Report misst und für wen

Der MACH Alliance Annual Research Report 2025 basiert auf einer Befragung von 561 IT-Entscheidenden auf Direktionsebene in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Kanada und Australien. Teilnahmebedingung: mindestens 5.000 Beschäftigte und mindestens 500 Millionen US-Dollar globaler Jahresumsatz.

Die Befunde spiegeln Großkonzern-Realitäten. Was als „Adoption“ gemessen wird, beschreibt den Stand in Organisationen, die MACH-Technologien in größerem Maßstab einsetzen können und in der Regel schon eingesetzt haben. Ein Mittelstands-Spiegel ist das nicht.

Dennoch sind die Fragen, die aus den Befunden entstehen, keine Exklusivthemen für Konzerne: AI-Readiness, Operating Capability, Veränderungsfähigkeit. Diese Herausforderungen treffen mittlere und große Organisationen gleichermaßen. In Großkonzernen sind sie nur bereits sichtbarer.

ROI ist gesichert, aber das war nicht die Frage

9 von 10 Organisationen geben an, dass ihre MACH-Investitionen die ROI-Erwartungen erfüllt oder übertroffen haben. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die meistgenannten Vorteile:

  • Verbesserte Kundenerfahrung (55 %)
  • Erhöhte Automatisierung durch bessere Systemintegration (54 %)
  • Größere Organisationsagilität und Anpassungsfähigkeit (50 %)

Casper Rasmussen, Präsident der MACH Alliance, sieht darin Belege, die Gespräche über die Vorteile von MACH anstoßen und die wichtigsten Trends des globalen digitalen Ökosystems sichtbar machen sollen.

Die ROI-Legitimation ist damit abgeschlossen. Composable Architecture und MACH haben bewiesen, dass sie liefern. Das war lange die offene Frage, die sich nun aber nicht mehr stellt.

Ist das für jedes Unternehmen relevant?

Nicht in dieser Ausprägung. Wer unter 1.000 Mitarbeitende hat und eine gewachsene, aber funktionale Plattform betreibt, muss sich nicht mit demselben Dringlichkeitsgrad auseinandersetzen.

Die Richtung ist dennoch klar, und sie gilt unabhängig von der Unternehmensgröße. Der Report zeigt eine strukturelle Spannung, die nicht an Konzerngrößen gebunden ist: Organisationen mit hohem Legacy-Anteil investieren mehr in MACH-Software und Implementierung, haben aber gleichzeitig das schwächere Mindset für Composable und die geringste Veränderungsfähigkeit. Gerade die Organisationen mit dem höchsten Modernisierungsdruck bringen die wenigsten organisatorischen Voraussetzungen mit.

Das ist kein Konzern-Problem. Das ist ein Organisations-Muster, das wir auch bei der Diskussion um CX-Transformation 2025 wiedererkennen.

Wo steht Deutschland im Vergleich?

Im Ländervergleich fällt Deutschland mit einem Widerspruch auf. In Nordamerika begannen 38 Prozent der befragten Organisationen ihre MACH-Reise vor sieben oder mehr Jahren. In Deutschland waren es nur 18 Prozent.

Gleichzeitig weist Deutschland den höchsten Anteil an fast vollständig composable Setups aller sechs Länder aus: 32 Prozent.

Deutschland wirkt weniger wie ein Early-Mover-Markt - eher wie ein Fast-Follower-Markt mit beschleunigtem Umbau. Wer später gestartet ist, ist bei vollständiger Umsetzung weiter als erwartet. Composable erscheint hier nicht als laufendes Experiment, sondern als strukturierter Modernisierungsschub. Sobald die Investitionsentscheidung gefallen ist, wird konsequent umgesetzt.

Wer Modernisierung jetzt plant, sollte früher in Betriebskonzepte, Integrationsmanagement und Governance investieren. Wie das Digital Experience Management im Omni-Channel-Kontext zeigt, liegt der Unterschied oft nicht in der Architekturentscheidung selbst.

Der eigentliche Engpass: von Architecture zu Operating Capability

In der Gruppe „Mostly MACH/Composable“ geben 59 Prozent der befragten Organisationen an, ihre KI-Nutzung im Tech-Stack führe den Wettbewerb an. Bei Organisationen mit ersten MACH-Implementierungen liegt dieser Wert bei 4 Prozent.

Der Report formuliert das als Korrelation. Strategisch ist der Punkt weitreichend: Composable Infrastruktur schafft modular verbundene Daten, Services und Touchpoints, und damit bessere Voraussetzungen für KI-Integration in bestehende Prozesse. Was das für DX-Architekturen konkret bedeutet, beschreibt der Überblick zu Composable DXP und dem Weg zur KI-fähigen Experience-Architektur. Frühe Ansätze zur Optimierung der Digital Experience durch KI und Headless-Architekturen haben gezeigt: Die modulare Trennung der Systemschichten ist eine Grundvoraussetzung für spätere KI-Integration.

Die aktuellen Barrieren aus dem Report bestätigen das: fehlende Unterstützung durch Geschäftsleitung und Widerstand von IT-Teams gegen Veränderung. Beides sind keine Architektur-Fragen. Es sind Fragen von Governance, Mindset und Veränderungsfähigkeit.

Die Leitfrage lautet damit nicht mehr: „Setzen wir auf Composable?“, sondern: „Haben wir die operative Fähigkeit, Composable dauerhaft zu nutzen und als KI-Readiness-Infrastruktur weiterzuentwickeln?“

Diese Frage und ihre Implikationen für CX-Systeme, Commerce-Infrastruktur und Digital Experience stehen im Mittelpunkt der Diskussionen bei der Digital Experience Konferenz 2025 von SHIFT/CX. Den vollständigen Report gibt es direkt bei der MACH Alliance.

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