Commerce Trends 2022: Der Point of Sale ist keine Einbahnstraße.

Commerce Trends 2022: Der Point of Sale ist keine Einbahnstraße.
Mitschnitt-Länge: 30 Minuten
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Hybride Handelsmodelle, kanalübergreifende Customer Journeys und fünf Praxisbeispiele für digitale und nachhaltige Commerce-Strategien.

Hybride Handelsmodelle, die Integration von Online- und Offline-Kanälen sowie nachhaltige und kundenzentrierte Strategien stehen im Mittelpunkt dieses Impulses für Entscheider:innen und Digitalverantwortliche im Einzel- und B2B-Handel. Die Perspektive basiert auf einer systematischen Trendanalyse mithilfe von Megatrend-Map und Trendpyramide, wobei die Bewertung von Trends konsequent unter dem Aspekt des Business-Nutzens erfolgt. Die Argumentation adressiert die Notwendigkeit, kanalübergreifende Kundenerlebnisse zu schaffen und die Vorteile beider Welten gezielt zu kombinieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle von Convenience, Verfügbarkeit und Service entlang der gesamten Customer Journey sowie auf der Bedeutung eines hybriden Mindsets in allen Unternehmensbereichen.

Im inhaltlichen Kern werden fünf konkrete Praxisbeispiele vorgestellt: Ship from Store und Local Inventory Ads zur Nutzung stationärer Bestände für den Online-Versand, Retail as a Service als Übertragung von Showroom-Prinzipien auf neue Branchen, WeCommerce und Direct-to-Consumer-Ansätze mit Fokus auf Community-Building, Secondhand- und Circular-Commerce-Modelle zur Erschließung neuer Märkte und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor. Die Digitalisierung des Point-of-Sale und die Verknüpfung von Online- und Offline-Daten werden als zentrale Voraussetzungen für langfristige Kundenbeziehungen herausgearbeitet. Im Q&A-Teil werden Herausforderungen wie Kulturwandel, Differenzierungsmerkmale des stationären Handels und Komplexitätsreduktion diskutiert. Abschließend empfiehlt der Beitrag, Trends gezielt auszuwählen, bestehende Stärken auszubauen und die Möglichkeiten digitaler Technologien für neue Geschäftsmodelle und Kundenzugänge zu nutzen.

Der hybride Handel holt die Vorteile des Online-Shoppings in den Laden und die Vorteile des Ladens online – der Commerce ist keine Einbahnstraße. – Franziska Kunz

Nicht jeder Trend passt zu jedem Unternehmen – entscheidend ist, mit der Business-Brille zu prüfen, welche Entwicklungen wirklich die eigenen Ziele unterstützen. – Franziska Kunz

Wer Kund:innen in den Mittelpunkt stellt und nicht das Produkt, schafft echte Sichtbarkeit und nachhaltige Beziehungen – das ist der Schlüssel für erfolgreichen Handel. – Franziska Kunz

Hybride Handelsmodelle markieren einen Paradigmenwechsel, der weit über die technische Integration von Online- und Offline-Kanälen hinausgeht. Im Zentrum steht ein grundlegender Zielkonflikt: Unternehmen müssen einerseits die Komplexität kanalübergreifender Customer Journeys beherrschen, andererseits operative Klarheit und kulturelle Anschlussfähigkeit im eigenen Haus schaffen. Die klassische Trennung von stationär und digital ist nicht mehr tragfähig; stattdessen entsteht ein Spannungsfeld zwischen Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und der Notwendigkeit, individuelle Kundenerlebnisse zu gestalten. Besonders sichtbar wird dabei der blinde Fleck vieler Organisationen: Die Transformation verlangt nicht nur neue Tools, sondern ein Umdenken in Verantwortungsstrukturen und Zielsystemen. Die Frage, wem der Umsatz im hybriden Setting „gehört“, offenbart tiefgreifende Führungs- und Kulturkonflikte. Gleichzeitig zeigt sich, dass Differenzierung nicht mehr über Sortiment oder Preis gelingt, sondern über Community-Building, Servicequalität und nachhaltige Wertschöpfung. Der Beitrag macht deutlich, dass die eigentliche Herausforderung weniger in der Technologie, sondern in der konsequenten Ausrichtung auf veränderte Kundenbedürfnisse und die Überwindung interner Silos liegt.

Für die Praxis bedeutet das: Unternehmen müssen Prinzipien wie radikale Kundenzentrierung, datenbasierte Entscheidungsfindung und die bewusste Auswahl relevanter Trends in den Mittelpunkt stellen. Die Empfehlung, nicht jedem Hype zu folgen, sondern den eigenen Trendfokus am Business-Nutzen auszurichten, fordert zu strategischer Disziplin und Reflexion der eigenen Stärken auf. Die Beispiele für Secondhand, Circular Commerce und D2C-Modelle liefern Impulse, wie neue Geschäftsmodelle und nachhaltige Wertschöpfung konkret umgesetzt werden können – vorausgesetzt, sie werden mit einem hybriden Mindset und bereichsübergreifender Integration verfolgt. Der Beitrag verschiebt die Perspektive: Nicht die Digitalisierung als Selbstzweck, sondern die Gestaltung inspirierender, konsistenter Kundenerlebnisse und die Entwicklung eines unternehmensweiten Innovationsklimas stehen im Vordergrund. Damit liefert er der Zielgruppe einen klaren Reflexionsrahmen, um operative Maßnahmen, strategische Ziele und kulturellen Wandel wirksam zu verbinden.

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