CXvibes - Janine Kreienbrink & Cyrill Luchsinger unterhalten sich mit Praktiker

CXvibes - Janine Kreienbrink & Cyrill Luchsinger unterhalten sich mit Praktiker
Mitschnitt-Länge: 40 Minuten
Mitschrift verfügbar

Wie cross-funktionale Teams CX-Management dezentral verankern, Silos überwinden und Maßnahmen unternehmensweit messbar machen.

Fach- und Führungskräfte aus großen Unternehmen diskutieren die kontinuierliche Implementierung und dezentrale Verankerung von Customer Experience Management (CXM) in komplexen Organisationsstrukturen. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen der Silovermeidung, die Integration von CX-Prinzipien in die Fachbereiche und die Messbarkeit von Maßnahmen. Die Gesprächsrunde bringt unterschiedliche Perspektiven aus Software, Steuerberatung und Versicherungen zusammen und beleuchtet, wie cross-funktionale Teams und operative Einheiten gemeinsam an End-to-End-Prozessen arbeiten. Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte verdeutlichen, wie Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitenden CXM als dauerhaften Prozess etablieren und dabei auf dezentrale Verantwortlichkeiten und kontinuierliche Optimierung setzen.

Im Austausch werden zentrale Methoden wie Customer Journey Mapping und die Nutzung von Dashboards zur Messung von Kundenzufriedenheit thematisiert. Die Teilnehmenden betonen, dass die Wirksamkeit von Maßnahmen regelmäßig überprüft und die Ergebnisse unternehmensweit transparent gemacht werden müssen. Die Diskussion zeigt, dass die Übertragbarkeit von Frameworks zwischen Unternehmen begrenzt ist und individuelle Anpassungen erforderlich sind. Einigkeit besteht darüber, dass die Verlagerung der Verantwortung für Kundenerlebnisse in die Fachbereiche, die Nutzung von cross-funktionalen Circles und die datenbasierte Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen entscheidende Hebel für nachhaltige Kundenzentrierung und Prozessoptimierung in großen Organisationen darstellen.

Customer Experience Management beginnt nicht mit der Journey Map, sondern mit der kontinuierlichen Arbeit an Prozessen, Umsetzung und Wirkung – alles andere ist nur ein Startpunkt. – Dr. Heike Langner

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, Silos aufzubrechen und Kundenerlebnisse end-to-end zu betrachten – nicht jeder Touchpoint für sich, sondern das Zusammenspiel entscheidet. – Frank Pöhlmann

Customer Experience Management ist der kulturelle Klebstoff, der Silos überwindet und alle Bereiche an den Kundenthemen ausrichtet. – Janine Kreienbrink

Operativer Nutzen entsteht, wenn gute Kundenerlebnisse Freiräume schaffen: Weniger Rückfragen, weniger Beschwerden, mehr Kapazität für Wertschöpfung. – Frank Pöhlmann

Dashboards und Kennzahlen sind wichtig, aber entscheidend ist, dass daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, die der Kunde tatsächlich spürt. – Dr. Heike Langner

  • customer_journey_mapping

  • siloübergreifende_teams
  • kundenzufriedenheitsmessung

Customer Experience Management in großen Organisationen bleibt ein Feld struktureller Zielkonflikte: Die Transformation von punktuellen Projekten hin zu einem kontinuierlichen, dezentralen Prozess stößt auf kulturelle und organisatorische Barrieren. Der Beitrag legt offen, dass die klassische Top-down-Logik – ein zentrales CX-Team steuert Methoden und Frameworks – in komplexen Unternehmenslandschaften an Wirksamkeitsgrenzen stößt. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Verantwortungsverschiebung: CX muss in die Fachbereiche diffundieren, um Silos zu überwinden und End-to-End-Prozesse tatsächlich kundenorientiert zu gestalten. Gleichzeitig offenbart sich ein blinder Fleck in der Messbarkeit von Maßnahmen: Die Kausalität zwischen einzelnen CX-Initiativen und übergeordneten Geschäftszielen bleibt oft diffus, da operative Einheiten primär auf kurzfristige Effizienz und klassische KPIs fokussieren. Das Spannungsfeld zwischen Effizienzsteigerung und echter Kundenzentrierung wird so zum zentralen Prüfstein für die Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit von CX-Programmen.

Aus dem Diskurs lassen sich handlungsrelevante Prinzipien ableiten: Die dezentrale Verankerung von CX-Verantwortung, die Etablierung cross-funktionaler Teams und die systematische Nutzung von Customer Journey Mapping als verbindendes Element sind entscheidende Hebel, um Silostrukturen aufzubrechen und eine unternehmensweite CX-Kultur zu etablieren. Dashboards und Feedbackmechanismen schaffen Transparenz, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit, Erkenntnisse in die operative Arbeit zu überführen und ein gemeinsames Verantwortungsgefühl zu entwickeln. Der Beitrag fordert dazu auf, CX nicht als isoliertes Steuerungsprojekt, sondern als kontinuierlichen Lern- und Veränderungsprozess zu begreifen, bei dem die Integration von Kundenfeedback in die Fachbereiche als Motor für nachhaltige Transformation wirkt. Für die Zielgruppe ergibt sich daraus ein klarer Reflexionsimpuls: Die strategische Ambition, Kundenzentrierung zu erreichen, bleibt ohne kulturellen Wandel und konsequente Verantwortungsdiffusion wirkungslos.

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