Diskussion: Customer Journey Management als Instrument der Unternehmensführung - Wunschvorstellung oder Zielsetzung?

Diskussion: Customer Journey Management als Instrument der Unternehmensführung - Wunschvorstellung oder Zielsetzung?
Mitschnitt-Länge: 50 Minuten
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Customer Journey Management als Steuerungsinstrument: Praxisbeispiele, Rollen, Zielsysteme und Tools für nachhaltige Kundenzentrierung.

Customer Journey Management etabliert sich zunehmend als strategisches Steuerungsinstrument in Versicherungsunternehmen und im B2B-Kontext. Die Diskussion beleuchtet, wie die organisatorische Verankerung auf Vorstandsebene, die Schaffung spezifischer Rollen wie Customer Journey Manager und die Integration von Customer- und User Journeys in die Produktentwicklung die Grundlage für eine nachhaltige Kundenzentrierung bilden. Im Fokus steht der Wandel von Customer Experience Teams: Sie agieren als Unterstützer und Befähiger der Fachbereiche, nicht als Kontrollinstanz. Die Panelteilnehmenden bringen unterschiedliche Erfahrungen aus der Praxis ein und zeigen, wie Governance-Strukturen, operative Nähe zu den Teams und bereichsübergreifende Zusammenarbeit die Wirksamkeit von Customer Journey Management beeinflussen.

Im Austausch werden zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert: Die Formulierung und Messbarkeit kundenzentrierter Ziele bleibt ein kritischer Punkt, da Zielsysteme häufig nicht ausreichend smart und bereichsübergreifend ausgerichtet sind. Tools wie Tableau, PowerPoint und spezialisierte Journey-Mapping-Plattformen unterstützen die Visualisierung und Transparenz, stoßen aber bei der Akzeptanz durch Führungskräfte an Grenzen. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie die tatsächliche Komplexität von Kundenprozessen erst durch strukturierte Journey-Mapping-Ansätze sichtbar wird. Die kontinuierliche Befähigung der Teams, die Einbindung von Mitarbeitenden in Kundenerlebnisse und die offene Kommunikation von Erfolgen und Herausforderungen gelten als zentrale Hebel, um Kundenzentrierung im Unternehmen zu verankern und Silodenken zu überwinden.

Wir haben einen Bereich, der direkt am Vorstand hängt, und in diesem Bereich sind wir mit dem Thema Customer Experience Management fest verankert. – Dr. Heike Langner

Wir werden angefordert, um konkrete Pain Points in der Kundenreise zu identifizieren und gemeinsam mit den Fachbereichen Lösungen zu entwickeln – nicht als Kontrollinstanz, sondern als Unterstützer. – Frank Pöhlmann

  • Customer Journey Management hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen und ist zunehmend organisatorisch auf Vorstandsebene verankert.

  • Kundenzentrierte Ziele sind oft nicht ausreichend smart und messbar formuliert, was die Wirksamkeit von Customer Experience Initiativen einschränkt.
  • Customer Journey Mapping Tools wie Tableau und Adonis werden eingesetzt, jedoch ist die Akzeptanz und Nutzung durch Führungskräfte eine Herausforderung.
  • Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die operative Verankerung von Customer Journey Managern in Teams sind erfolgskritisch für nachhaltige Kundenzentrierung.
  • Ein Pull-Effekt entsteht, wenn Customer Experience Teams als Unterstützer und Evangelisten agieren, statt als Kontrollinstanz wahrgenommen zu werden.

Customer Journey Management entfaltet im Kontext von Versicherungsunternehmen eine doppelte strategische Relevanz: Einerseits dient es als Hebel für die Transformation hin zu echter Kundenzentrierung, andererseits offenbart es die strukturellen und kulturellen Spannungsfelder, die mit dieser Transformation einhergehen. Die Diskussion legt offen, wie die organisatorische Verankerung von Customer Experience zwar auf Vorstandsebene an Sichtbarkeit gewinnt, die operative Durchschlagskraft jedoch an der Schnittstelle zwischen Governance und Fachbereichen ins Stocken gerät. Ein zentraler blinder Fleck bleibt die fehlende Messbarkeit und Verbindlichkeit kundenzentrierter Ziele, die häufig als formale Vorgabe existieren, aber selten in bereichsübergreifende, handlungsleitende Steuerungsgrößen übersetzt werden. Die Rollen von Customer Journey Managern changieren zwischen Befähigung und Kontrolle, was die Gefahr einer Verantwortungsverschiebung birgt: Fachbereiche erwarten Unterstützung, ohne eigene Zielkonflikte und Silostrukturen aktiv aufzulösen. Die Diskussion macht deutlich, dass die eigentliche Barriere weniger in fehlenden Tools oder Methoden liegt, sondern in der kulturellen Akzeptanz und der Bereitschaft, Customer Experience als Querschnittsaufgabe mit strategischer Priorität zu leben.

Für die Zielgruppe ergibt sich daraus ein klarer Reflexionsimpuls: Customer Journey Management kann nur dann als Führungsinstrument wirken, wenn operative Praxis, strategische Zielsysteme und kultureller Wandel konsequent miteinander verzahnt werden. Die Empfehlung, mit Pilotbereichen zu starten, Erfolge sichtbar zu machen und auch negative Beispiele transparent zu adressieren, zielt auf die Überwindung von Veränderungsbarrieren und die Etablierung eines echten Pull-Effekts. Die Diskussion verschiebt die Perspektive von der Tool- und Methodenfrage hin zur Notwendigkeit, Ownership und bereichsübergreifende Zusammenarbeit systematisch zu fördern. Damit leistet der Beitrag einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung des Themas: Er fordert Führungskräfte auf, Customer Experience nicht als Zusatzaufgabe, sondern als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung zu begreifen und die strukturellen Widersprüche zwischen Governance, operativer Verantwortung und kultureller Verankerung aktiv zu adressieren.

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