Retail Insights: Welche Trends sich für 2023 aus dem Jahresendgeschäft ableiten lassen

Retail Insights: Welche Trends sich für 2023 aus dem Jahresendgeschäft ableiten lassen

Mobile Endgeräte treiben Umsatz und Traffic im Jahresendgeschäft. Analysieren Sie, wie datenbasierte Journey-Optimierung Conversion sichert.

Datengetriebene Analysen des digitalen Käuferverhaltens stehen im Mittelpunkt dieses Praxis- und Projektberichts. Im Fokus liegt die Frage, wie Unternehmen aus dem Retail- und E-Commerce-Umfeld saisonale Peaks wie das Jahresendgeschäft nutzen, um ihre digitale Customer Journey gezielt zu optimieren. Die Perspektive basiert auf aggregierten Verhaltensdaten führender Retailer, ergänzt durch eine internationale Konsumentenbefragung. Besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung mobiler Kanäle, der Echtzeit-Fehlererkennung und der End-to-End-Betrachtung der Customer Experience – von der Produkterkundung bis zum Retourenprozess. Die Analyse erfolgt entlang konkreter Praxisbeispiele, die die wirtschaftlichen Auswirkungen digitaler Störungen und die Bedeutung schneller Fehlerbehebung verdeutlichen.

Im Rückblick auf das Weihnachtsgeschäft 2022 zeigt sich, dass mobile Endgeräte sowohl beim Traffic als auch beim Umsatz eine zentrale Rolle einnehmen. Die Conversion Rate auf Desktop bleibt zwar höher, doch der Anteil mobiler Conversions steigt kontinuierlich. Unternehmen, die kurzfristige Lieferoptionen oder BOPIS anbieten, erzielen unmittelbar vor Weihnachten die höchsten Conversion Rates. Die vorgestellte Analytics-Plattform ermöglicht eine automatische Real-Time-Erfassung aller digitalen Kanäle und visualisiert die Customer Journey granular. Fehler bei Bezahlmethoden oder Produktseiten führen nachweislich zu signifikanten Umsatzverlusten, können aber durch schnelle Identifikation und Behebung abgewendet werden. Die Empfehlung lautet, alle verfügbaren Daten kanalübergreifend zu erfassen, Prioritäten datenbasiert zu setzen und die mobile Customer Journey als zentralen Hebel für Umsatzsteigerungen zu betrachten.

Kunden beginnen ihre Recherche und Einkäufe immer früher im Jahresendgeschäft – wer die gesamte Customer Journey end-to-end optimiert, statt nur saisonale Peaks zu adressieren, bleibt wettbewerbsfähig. – Andreas Mahl

Mobile Devices sind längst nicht mehr nur Recherche-Tools: 72 Prozent des digitalen Traffics und 55 Prozent der Conversions im Weihnachtsgeschäft liefen über Mobilgeräte – Unternehmen müssen mobile Experiences konsequent priorisieren. – Andreas Mahl

Jeder unentdeckte Fehler in der digitalen Customer Journey kann Millionen kosten – nur mit Echtzeit-Analytics und abteilungsübergreifender Kundenzentrierung lassen sich Umsatzverluste verhindern. – Andreas Mahl

  • Das digitale Käuferverhalten im Retail ist hochdynamisch und erfordert kontinuierliche, datenbasierte Analyse über alle Kanäle hinweg.

  • Mobile Endgeräte gewinnen im Jahresendgeschäft signifikant an Bedeutung, sowohl beim Traffic als auch bei der Conversion, wobei die Optimierung mobiler Customer Journeys entscheidend ist.
  • Unternehmen mit reibungsloser Customer Experience, insbesondere bei kurzfristiger Lieferung und BOPIS (Buy Online, Pickup In Store), erzielen unmittelbar vor Weihnachten die höchsten Conversion Rates.
  • Die schnelle Identifikation und Behebung digitaler Fehler – etwa bei Bezahlmethoden oder Produktseiten – ist essenziell, um signifikante Umsatzverluste in Peak-Phasen zu vermeiden.
  • Eine End-to-End-Betrachtung und Optimierung der gesamten Customer Journey, inklusive Retourenprozess nach Weihnachten, ist für nachhaltigen Erfolg im Retail unerlässlich.

Digitale Customer Experience im Retail steht an einem Wendepunkt, an dem klassische Optimierungslogiken an ihre Grenzen stoßen. Die Analyse saisonaler Peaks wie des Weihnachtsgeschäfts offenbart ein strukturelles Spannungsfeld: Während Unternehmen versuchen, mit immer ausgefeilteren Tools und Echtzeitdaten kurzfristige Conversion-Steigerungen zu erzielen, verschiebt sich die Verantwortung für nachhaltige Wertschöpfung zunehmend in Richtung einer ganzheitlichen, abteilungsübergreifenden Steuerung der Customer Journey. Die operative Fokussierung auf technische Fehlerbehebung und Conversion-Optimierung blendet dabei häufig kulturelle und organisationale Barrieren aus, etwa Silodenken, Priorisierungskonflikte zwischen Kanälen oder die Trägheit etablierter Prozesse. Gleichzeitig wird deutlich, dass die mobile Customer Journey nicht mehr nur ein zusätzlicher Touchpoint ist, sondern den Kern der digitalen Wertschöpfung bildet. Unternehmen, die weiterhin in kanalzentrierten Denkmodellen verharren oder mobile Kanäle als nachrangig behandeln, riskieren, zentrale Umsatzpotenziale und Kundenzufriedenheit zu verlieren. Die Herausforderung liegt darin, datengetriebene Erkenntnisse nicht nur als operative Steuerungsgröße zu nutzen, sondern als Hebel für einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg von reaktiver Fehlerbehebung, hin zu proaktiver, kundenzentrierter End-to-End-Optimierung.

Für Entscheider im Retail ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Customer Experience als strategisches Führungsfeld zu begreifen und die operative Praxis konsequent an den tatsächlichen Kundenbedürfnissen auszurichten. Die vorgestellten Prinzipien – Echtzeit-Analyse, kanalübergreifende Fehleridentifikation, End-to-End-Betrachtung der Customer Journey – fordern dazu auf, bestehende Verantwortungsstrukturen zu hinterfragen und datenbasierte Priorisierung als kulturelle Leitlinie zu etablieren. Die Reflexion über die Rolle mobiler Kanäle verschiebt den Fokus von kurzfristigen Conversion-Zielen hin zu nachhaltiger Kundenzufriedenheit und wirtschaftlicher Resilienz. Der Beitrag liefert damit nicht nur konkrete Handlungsoptionen für die Optimierung digitaler Prozesse, sondern stößt einen notwendigen Diskurs über die Transformation von Organisationen an, die Customer Experience als integralen Bestandteil ihrer Wertschöpfungskette verstehen wollen.

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