Vertrauen in Chatbots entsteht im Zusammenspiel von Nutzererwartung, wahrgenommener Expertise und der Gestaltung des technologischen Gegenübers. Der Vortrag adressiert die Perspektive der Customer-Experience-Verantwortlichen großer Unternehmen und verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit praxisorientierten Empfehlungen für die Integration von Chatbots in die Markenkommunikation. Im Fokus steht die Frage, wie Unternehmen Erwartungsmanagement und Self-Presentation gezielt nutzen, um Vertrauen zu fördern und Vertrauensverluste zu vermeiden. Die Analyse differenziert zwischen ethisch-rechtlichen Rahmenbedingungen und den tatsächlichen Einflussfaktoren auf Nutzervertrauen im operativen Einsatz.
Zentrale Erkenntnisse sind die Bedeutung der wahrgenommenen Expertise des Chatbots, die nicht zwingend mit der technologischen Leistungsfähigkeit übereinstimmt, sowie die Rolle transparenter Kommunikation über Fähigkeiten und Grenzen. Studien zeigen, dass Faktoren wie Antwortqualität, Kommunikationsstil, professionelle Gestaltung und die Möglichkeit zum Wechsel auf menschliche Agenten das Vertrauen stärken. Hygienefaktoren wie Datenschutz und IT-Sicherheit verhindern Misstrauen, wirken aber nicht aktiv vertrauensfördernd. Erwartungsmanagement, gezieltes Conversation Design und die bewusste Einbettung in die Markenkommunikation erweisen sich als zentrale Handlungsfelder für Unternehmen, die Chatbots erfolgreich und vertrauenswürdig positionieren wollen.
