Warum wir ein neues Verständnis von Customer Insights entwickeln müssen

Warum wir ein neues Verständnis von Customer Insights entwickeln müssen

Wie tiefenpsychologische Verfassungsanalysen echte Kundenmotive sichtbar machen und Datensammlungen in relevante Insights übersetzen.

Ines Imdahl analysiert, wie Unternehmen im Kontext von Customer Experience und Insights mit der Herausforderung umgehen, aus umfangreichen Datensammlungen echte Erkenntnisse über Kundenverhalten und -motive zu gewinnen. Im Fokus steht die Diskrepanz zwischen aggregierten Daten und dem tiefen Verständnis der aktuellen Kundenverfassung. Imdahl argumentiert, dass klassische Zielgruppen- und Milieumodelle zu kurz greifen, da sie situative Kontexte und die Dynamik individueller Verfassungen ausblenden. Sie plädiert für einen kontinuierlichen, tiefenpsychologischen Forschungsansatz, der nicht nur Daten sammelt, sondern die Sinnzusammenhänge und unbewussten Motive der Kunden analysiert. Die Perspektive richtet sich auf Heads of Insights und Experience in größeren Unternehmen, die ihre Prozesse und Strukturen auf nachhaltige Kundenorientierung ausrichten wollen.

Im Vortrag verdeutlicht Imdahl anhand von Praxisbeispielen, wie inkonsistentes Kundenverhalten und widersprüchliche Motive erst durch Verfassungsanalysen verständlich werden. Sie zeigt, dass Kunden oft selbst nicht wissen, was sie wollen, und dass rationale Begründungen selten die wahren Beweggründe abbilden. Die Integration tiefenpsychologischer Insights in Feedback- und Analyseprozesse steht im Mittelpunkt, wobei die Generalisierbarkeit von Verfassungsmodellen betont wird. Imdahl empfiehlt, Verfassungsanalysen regelmäßig zu aktualisieren und als Grundlage für alle Experience-Prozesse zu nutzen. Sie kritisiert Silo-Denken, fehlende Sinnstiftung und mangelnde Vernetzung als zentrale Hindernisse für echte Kundenzentrierung und fordert lebenslanges Forschen sowie kontinuierliches Hinterfragen als Prinzip lernender Organisationen.

Kundenorientierung beginnt beim tiefen Verständnis der Menschen – nicht beim Sammeln von Datenpunkten. – Ines Imdahl

Kunden und Unternehmen wissen oft selbst nicht, was sie wirklich wollen; erst durch lebenslanges, tiefenpsychologisches Forschen kommen die wahren Motive ans Licht. – Ines Imdahl

Verfassungsanalysen liefern die relevanten Insights: Nicht Zielgruppen oder Charaktermodelle, sondern die situative Verfassung entscheidet über das Kundenerlebnis. – Ines Imdahl

  • Datensammlungen sind keine Insights – erst das tiefenpsychologische Verständnis der Kundenverfassung liefert relevante Customer Insights.

  • Kunden verhalten sich inkonsistent und wissen oft selbst nicht, was sie wollen; Unternehmen müssen tieferliegende Motive und Verfassungen erforschen.
  • Modelle wie Zielgruppen, Milieus oder Personas greifen zu kurz – entscheidend ist die Analyse der aktuellen Verfassung und des situativen Kontextes.
  • Lebenslanges Forschen und kontinuierliches Hinterfragen sind essenziell, da sich Kundenverhalten und Verfassungen durch Krisen, Digitalisierung und Alltag permanent verändern.
  • Unternehmen können nicht nicht kommunizieren – fehlender Sinn, fehlende Vernetzung und Silo-Denken führen zu schlechter Customer Experience.

Kundenzentrierung scheitert häufig an einem grundlegenden Denkfehler: Die Annahme, dass umfangreiche Datensammlungen automatisch zu relevanten Insights führen, verstellt den Blick auf die eigentlichen Motive und situativen Verfassungen der Kunden. Unternehmen geraten in die Falle, Komplexität durch Aggregation und Segmentierung beherrschbar machen zu wollen, verlieren dabei jedoch den Kontakt zur realen Erfahrungswelt ihrer Kunden. Die Praxis, Kunden in Zielgruppen, Milieus oder Personas zu pressen, erzeugt eine trügerische Sicherheit, blendet aber die Dynamik und Inkonsistenz menschlichen Verhaltens aus. Der Beitrag legt offen, wie Verantwortungsverschiebung und Silo-Denken dazu führen, dass Customer Experience zur reinen Prozessoptimierung verkommt, während die Sinnstiftung und das Verständnis für die situativen Bedürfnisse der Kunden auf der Strecke bleiben. Transformation gelingt erst, wenn Unternehmen akzeptieren, dass Kundenverhalten nicht stabil, sondern kontextabhängig und oft widersprüchlich ist – und dass die Suche nach echten Insights ein kontinuierlicher, forschender Prozess bleiben muss.

Für die operative und strategische Praxis bedeutet das: Insights entstehen nicht durch das Sammeln von Daten, sondern durch die konsequente Analyse der aktuellen Kundenverfassung und deren Einbettung in sinnstiftende Zusammenhänge. Die Integration tiefenpsychologischer Verfassungsanalysen in Experience-Prozesse fordert Unternehmen heraus, ihre Feedback- und Analysemodelle radikal zu hinterfragen und Silos aufzubrechen. Der Beitrag liefert den Impuls, Customer Experience als lernende, dynamische Disziplin zu begreifen, in der lebenslanges Forschen und kontinuierliches Hinterfragen zur Kernkompetenz werden. Heads of Insights und Experience erhalten damit einen klaren Reflexionsrahmen: Nicht die Perfektionierung bestehender Modelle, sondern die Bereitschaft zur permanenten Selbstkorrektur und zur Rezentrierung auf das Menschliche entscheidet über nachhaltige Kundenzentrierung und Differenzierung im Wettbewerb.

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