Wie machen wir aus Mitgliedern Fans? - CX Management bei der DATEV eG

Wie machen wir aus Mitgliedern Fans? - CX Management bei der DATEV eG
Mitschnitt-Länge: 20 Minuten
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Agile Teams, neue Rollen und „Jobs to be done“: Wie DATEV Kundenzentrierung in einer komplexen Produktlandschaft verankert.

Agile Transformation und End-to-End-Verantwortung stehen im Zentrum dieses Praxis-Talks aus dem Customer Experience Management eines großen genossenschaftlichen IT-Dienstleisters. Die Perspektive richtet sich auf die organisatorische und methodische Verankerung von Kundenzentrierung in einer komplexen Produktlandschaft mit über 250 Softwarelösungen und zahlreichen Kontaktpunkten. Im Fokus: die Migration von Silo-Strukturen hin zu agilen Teams, die systematische Integration von Kundenfeedback in die Produktentwicklung und die Sicherstellung konsistenter Kundenerlebnisse über das gesamte Portfolio. Der Beitrag bietet Einblicke in die Rolle zentraler Einheiten, die Etablierung neuer Rollenprofile sowie die Nutzung von Communities of Practice zur Befähigung dezentraler Teams.

Im inhaltlichen Kern erläutert Dr. Heike Langner, wie die Methodik „Jobs to be done“ zur Identifikation und Priorisierung von Kundenbedürfnissen eingesetzt wird. Die Customer Experience-Einheit agiert als interner Dienstleister, entwickelt unternehmensweite Leitlinien und stellt Tools wie die „Produktmeile“ bereit. Zentrale Rollen wie Customer Journey Designer, Researcher und Business Analysten werden in die Entwicklungsteams integriert und durch Communities weiterqualifiziert. Kundeneinbezug erfolgt über Co-Creation-Formate, Panels, Usability-Tests und die Auswertung von Servicefeedback. Die kontinuierliche Optimierung der Customer Journey basiert auf Mapping und Priorisierung zentraler Kontaktpunkte, um Brüche zu identifizieren und gezielt zu adressieren. Die Transformation zu echter Kundenzentrierung wird als iterativer, nie abgeschlossener Prozess verstanden, der konsequente Arbeit an Haltung, Prozessen und Datenintegration erfordert.

Unsere Kunden sind unsere Mitglieder – das verpflichtet uns, ihren wirtschaftlichen Erfolg konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. – Dr. Heike Langner

Customer Experience ist kein einmaliges Optimierungsprojekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sich ständig an neue Erwartungen anpassen muss. – Dr. Heike Langner

Wir schaffen begeisternde Kundenerlebnisse, indem wir Silos aufbrechen, End-to-End-Verantwortung in agilen Teams verankern und die Perspektive unserer Mitglieder in jede Produktentwicklung integrieren. – Dr. Heike Langner

  • Die Transformation von einer Silo-Organisation hin zu agilen, eigenverantwortlichen Teams mit End-to-End-Verantwortung ist entscheidend, um Kundenzentrierung zu ermöglichen.

  • Kundenerlebnisse müssen über alle Kontaktpunkte und Produkte hinweg konsistent gestaltet werden, um Mitglieder zu Fans zu machen und Loyalität zu sichern.
  • Zentrale Rollen wie Customer Journey Designer, Customer Journey Researcher und Business Analyst Customer Journey werden dezentral in Entwicklungsteams verankert und durch Communities of Practice unterstützt.
  • Systematischer Kundeneinbezug erfolgt durch Co-Creation-Formate, Panels, Usability-Tests, Research-Aktivitäten und die Integration von Außendienst- und Servicefeedback.
  • Die kontinuierliche Optimierung der Customer Journey und der Mindset-Shift zur Kundenzentrierung sind ein nie abgeschlossener, iterativer Prozess.

Kundenzentrierung in großen, historisch gewachsenen IT-Organisationen offenbart ein zentrales Dilemma: Die strukturelle Trägheit klassischer Silos steht im Widerspruch zu den Anforderungen eines konsistenten, differenzierenden Kundenerlebnisses über ein komplexes Produktportfolio hinweg. Die Transformation hin zu agilen Teams mit End-to-End-Verantwortung adressiert nicht nur operative Effizienz, sondern zwingt zu einem grundlegenden Perspektivwechsel – weg von interner Prozesslogik, hin zur konsequenten Ausrichtung an den tatsächlichen Aufgaben und Zielen der Kunden. Dabei wird ein blinder Fleck vieler Transformationsinitiativen sichtbar: Die Gefahr, Kundenzentrierung als methodischen Baukasten zu missverstehen, während die eigentliche Herausforderung im nachhaltigen Mindset-Shift und der Überwindung von Verantwortungsdiffusion liegt. Die Einführung zentraler Rollen wie Customer Journey Designer und deren dezentrale Verankerung in Entwicklungsteams machen die inhärenten Zielkonflikte zwischen Produktfokus, Prozessverantwortung und Kundenerlebnis transparent. Gleichzeitig bleibt die Orchestrierung konsistenter Customer Journeys über Hunderte von Kontaktpunkten ein ungelöstes Steuerungsproblem, das klassische Steuerungslogiken überfordert und neue Formen der Zusammenarbeit und Priorisierung erzwingt.

Der Beitrag liefert praxisrelevante Impulse für die strategische Weiterentwicklung von Customer Experience Management im B2B-Kontext. Er fordert dazu auf, Kundenzentrierung nicht als einmalige Initiative, sondern als permanenten, iterativen Lern- und Veränderungsprozess zu begreifen. Die konsequente Integration von Kundenfeedback, die Etablierung funktionsübergreifender Communities und die klare Definition von End-to-End-Verantwortung werden als zentrale Prinzipien herausgearbeitet, um die Kluft zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität zu überbrücken. Für Führungskräfte ergibt sich daraus die Notwendigkeit, kulturelle und strukturelle Barrieren aktiv zu adressieren, Verantwortlichkeiten neu zu denken und die Wirksamkeit von Maßnahmen kontinuierlich zu überprüfen. Die Reflexion über die Grenzen klassischer Steuerungsmodelle und die Betonung des iterativen Charakters von Transformation verschieben die Perspektive: Kundenzentrierung wird zum organisationalen Leitmotiv, das strategische Ziel, operative Praxis und kulturellen Wandel untrennbar miteinander verknüpft.

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