Digitale Kundendialoge stehen vor einem Paradigmenwechsel: Klassische, menügesteuerte Navigation verliert an Bedeutung, während intentbasierte Conversational AI und Generative UIs die Interaktion bestimmen. Im Fokus stehen die Integration von Intenterkennung, Multimodalität und Prozessautomatisierung, um Effizienz und Markendifferenzierung in digitalen Prozessen zu ermöglichen. Der Beitrag adressiert die Herausforderungen, die sich aus der Ablösung deterministischer Prozesslogiken durch flexible, prozessintegrierte Handlungssysteme ergeben, und beleuchtet die Auswirkungen auf organisatorische Strukturen, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Marketing und Kundenservice.
Zentrale Aussagen sind die Rolle von Customer Proxy Agenten, die als KI-basierte Stellvertreter direkt mit Unternehmenssystemen interagieren und klassische Navigationspfade umgehen. Generative UIs passen Oberflächen und Dialoge dynamisch an Kundenanliegen an und ermöglichen so eine situative Prozesssteuerung. Multimodalität – die Kombination aus Sprache, Text und Datei-Uploads – wird als Schlüssel für barrierefreie und effiziente Kundendialoge herausgestellt. Praxisbeispiele aus Automotive und öffentlichem Sektor verdeutlichen, wie intentbasierte Systeme Prozesse beschleunigen und neue Anforderungen an die technische Infrastruktur und organisatorische Integration stellen. Die Delegation des Kundenzugangs an Agenten birgt Risiken für die Markenwahrnehmung, weshalb Unternehmen ihre Schnittstellen und Prozesse gezielt für agentische Interaktionen öffnen und Use Cases priorisiert umsetzen sollten.