Conversational AI goes Agentic AI — echter Bruch oder nur neues Etikett?

Conversational AI goes Agentic AI — echter Bruch oder nur neues Etikett?
Mitschnitt-Länge: 40 Minuten
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LLM-Integration, Qualitätsmanagement und Telemetrie: Wie Unternehmen Conversational AI strategisch steuern und kundenzentriert automatisieren.

LLM-basierte und agentische Conversational-AI-Systeme verändern die Gestaltung digitaler Assistenzlösungen in Energieversorgung, Verkehr und Telekommunikation. Die Paneldiskussion beleuchtet, wie Unternehmen LLM-Integration, Qualitätsmanagement und Telemetrie nutzen, um Dialoge zu steuern und kundenzentrierte Prozessautomatisierung umzusetzen. Im Mittelpunkt steht die Abwägung zwischen strategischer Priorisierung von Kanälen, Ressourcenallokation und der Anpassung von Skillsets an neue technologische Anforderungen. Die Diskussion bietet Einblicke in die Praxis der Integration zentraler Orchestrierungsschichten, die Auswahl passender Modelle und die Herausforderungen bei Testing und Monitoring.

Die Panelist:innen vertreten unterschiedliche Positionen zur Rolle von LLMs und agentischen Systemen: Während einerseits die Flexibilität und Individualisierung von Dialogen hervorgehoben wird, bleibt die Notwendigkeit deterministischer Systeme für wiederkehrende Prozesse bestehen. Die Diskussion thematisiert die Verschiebung von Qualitätsmanagement hin zu automatisierten Bewertungsmechanismen wie „LLM as a Judge“ und die Bedeutung von Telemetrie für kontinuierliche Steuerung. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Nutzerwünschen, Unternehmensstrategie und wirtschaftlicher Steuerung, das sich auch in der Auswahl von Kanälen und Modellen widerspiegelt. Die Panelist:innen betonen, dass kundenzentrierte Conversational AI sowohl schnelle, kommandobasierte Interaktionen als auch erklärende, dialogische Ansätze ermöglichen muss, abhängig von Branche, Produkt und Nutzerprofil. Die Entwicklung neuer Skillsets, die Fähigkeit zur iterativen Evaluierung und die strategische Steuerung der Automatisierung stehen im Fokus der Diskussion.

Für mich ist Agentic nicht das Allheilmittel. Entscheidend bleibt: Was braucht der Nutzer – und manchmal reicht dafür ein simpler, deterministischer Ansatz. – Mag. Sarah Haider

Wir müssen weg vom reinen Use-Case-Denken und hin zu einer holistischen Experience, in der der AI-Agent den Kunden individuell abholt – Geschwindigkeit und Personalisierung werden zum zentralen Qualitätsmaßstab. – Ben Ellermann

Die Barrieren für komplexe Conversational-AI-Systeme sind massiv gesunken – heute können wir viel schneller und günstiger adaptive Dialoge und agentische Steuerung realisieren als je zuvor. – Max Wall

  • LLM-Integration ermöglicht erstmals natürliche, kontextbasierte und individualisierte Dialoge, die vorher nur mit hohem Aufwand realisierbar waren.

  • Qualitätsmanagement in Conversational AI verschiebt sich durch automatisierte Agenten (z.B. LLM as a Judge) und Telemetrie von manueller Auswertung hin zu kontinuierlicher, skalierbarer Bewertung und Steuerung.
  • Unternehmen müssen Use Cases und Kanäle strategisch priorisieren, wobei nicht jeder Kundenwunsch automatisiert oder agentisch umgesetzt werden kann; Unternehmensstrategie und Ressourcenallokation bleiben entscheidend.
  • Die Einführung von agentischen Systemen und LLMs verändert die Skillsets und Tätigkeiten im Unternehmen, da Testing, Monitoring und Evaluierung komplexer und kontinuierlicher werden.
  • Kundenzentrierte Conversational AI muss sowohl schnelle, kommandobasierte Interaktionen als auch erklärende, dialogische Ansätze ermöglichen, abhängig von Branche, Produkt und Nutzerbedürfnis.

Die Diskussion um die Integration von LLM-basierten und agentischen Conversational-AI-Systemen legt einen zentralen Zielkonflikt offen: Automatisierung und Individualisierung stehen in einem Spannungsfeld mit strategischer Steuerung und Ressourcenallokation. Während technologische Fortschritte eine nie dagewesene Flexibilität und Natürlichkeit in der Kundeninteraktion ermöglichen, verschieben sich Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, zwischen Effizienzgewinnen durch Automatisierung und der Notwendigkeit, individuelle Kundenbedürfnisse differenziert zu adressieren, abzuwägen. Die Panelisten machen deutlich, dass die Einführung von Agentic AI keinen universellen Paradigmenwechsel markiert, sondern vielmehr eine differenzierte, kontextabhängige Strategie erfordert. Die Gefahr besteht darin, Automatisierung als Selbstzweck zu verfolgen oder die Komplexität agentischer Systeme zu unterschätzen. Gleichzeitig wird sichtbar, dass klassische Qualitätsmetriken und Steuerungsmodelle an ihre Grenzen stoßen, wenn Interaktionen zunehmend durch adaptive, selbstlernende Systeme geprägt sind. Die Transformation betrifft nicht nur die Technologie, sondern auch die Organisation: Neue Skillsets, veränderte Rollen und ein Mindset-Shift hin zu iterativer Entwicklung und kontinuierlicher Evaluation werden zur Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

Für die Praxis bedeutet das: Unternehmen müssen ihre Automatisierungsstrategie konsequent an der Unternehmensstrategie und den realen Kundenbedürfnissen ausrichten, statt jedem technologischen Trend reflexhaft zu folgen. Die Diskussion liefert den Impuls, Qualitätsmanagement neu zu denken – weg von rein quantitativen Metriken, hin zu einer holistischen, kontextsensitiven Bewertung von Interaktionen. Entscheider sind gefordert, operative Flexibilität mit strategischer Klarheit zu verbinden und die eigenen Ressourcen gezielt einzusetzen. Die Integration von LLMs und agentischen Systemen eröffnet neue Möglichkeiten, verlangt aber auch eine bewusste Priorisierung und die Bereitschaft, bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten kritisch zu hinterfragen. Der Beitrag verschiebt die Perspektive: Nicht die Technologie steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit der Organisation, Wandel zu gestalten, Zielkonflikte auszuhalten und Kundenorientierung als strategisches Leitmotiv zu verankern.

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